Batman v Superman – Super oder ziemlich Bad, Mann?

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Der Dämon von Gotham und der falsche Gott aus Metropolis

Batman v Superman kommt bei mir besser weg als bei den meisten anderen, das hat aber auch seinen Grund und der heißt: Comicfan.

Ja es wird kein Hehl daraus gemacht, das Batman v Superman durchaus besser ankommt wenn man die Inspirationsquellen und Parallelen zu den Comics erkennt – ob Snyder damit nun einen großen Fehler begangen hat, bleibt abzuwarten.
Ich fand ihn mit einigen wirklich großen Abstrichen sehr gut – und die Ultimate Edition könnte zumindest an manchen Ecken Dinge glattbügeln.

Aber warum dann 7,5? Ganz einfach: Zack Snyder hatte auch viel was an diesem Süppchen nicht geschmeckt hat und das lässt sich nicht verbergen. Außerdem muss ich sagen das ich enttäuscht bin über dieses verschenktes Potenzial, aber dazu gleich mehr.

SPOILER – SPOILER – SPOILER

Zuerst einmal zu den wirklich gelungenen Dingen:

Zack Snyder hat es visuell drauf – Punkt, aus Micky Maus (oder warte ist ja nicht Disney also ähhhh Punkt, aus Bugs Bunny?!) Zack Snyder hat etwas getan was einfach nur saumäßig gut war: Er hat Batman v Superman oftmals einen Watchmen artigen Look gegeben und besonders Batman kommt mehr als einmal wie ein Rohrschach mit jeder Menge Geld vor. Das war intelligent – und ehrlich das Batman tötet ist nicht so eine große Abweichung, er macht das in den meisten anderen Filmen auch (nur nicht so in unser Gesicht – dachtet ihr ein Mann der einen Turm runter geschubst wird überlebt oder einer der Dynamit in der Hand explodieren lässt?)

Nächster Punkt: Batfleck *.* Holy Affleck in a Batsuit, Batman! Ich gebe zu das habe ich nicht erwartet gehabt, aber Affleck bringt auf jeden Fall einen anderen Batman auf die Leinwand und mit Abstand wohl einen der interessantesten. Schade das bei ihm nicht noch ein bisschen das Robin Dilemma beleuchtet wurde, aber vielleicht hält das ja die Ultimate Edition für uns bereit. Trotzdem bleibt zu sagen: Affleck bekommt eine 110 auf der Batman Skala, denn er bringt diesen fertigen alten Mann perfekt rüber, aber auch die Wut und das Brutale. Der Kampf Batmans gegen Luthors Handlanger war unglaublich intensiv und einfach extrem gut choreographiert. Der Kampfstil erinnert mehr als nur einmal an die Arkham Spielreihe.
Dann noch ein perfekt getroffener Alfred durch Jeremy Irons! Holy Moly endlich! Es hat 8 Filme gedauert bis wir endlich mal einen interessanten Alfred bekommen, einen Alfred der mehr ist als nur sein alter Butler. Ein Alfred der anpackt und sich nichts bieten lässt. Ein Alfred der auch mal harsch ist – Bruce Wayne ist schon lange kein kleines Kind mehr und Alfred zumindest in den Comics so viel mehr als nur ein „Butler“, also ist es auch verständlich das er Bruce des öfteren Kontra gibt – aber ihm bis zum bitteren Ende zur Seite steht.

Die Fülle an Easter Eggs und Referenzen. Es gibt wirklich viel zu entdecken hier und das ist toll, so etwas freut mich selbst immer ziemlich bei Filmen.

Der Kampf der zwei Titanen ist episch – solange er denn andauert. Er ist gut choreografiert und logisch durchdacht, das Team um Snyder saß wirklich da und hat sich überlegt wie Batman gegen den Gott aus Metropolis gewinnen könnte.

Das ist jetzt sehr subjektiv: Mir hat Lex Luthor gefallen. Nicht Eisenbergs zappelige Performance, die kratzte schon ziemlich an den Nerven. Nichtsdestotrotz muss man anerkennen, das es dieses Mal wenigstens einen sinisteren Lex Luthor gibt. Keinen Immobilienhai – sondern wirklich ein Wahnsinniger mit einem „größeren Plan“.

Wonder Woman war cool aber irgendwie meines Erachtens auch zu wenig um mich richtig vom Hocker zu hauen. Sie war gut in Szene gesetzt, aber auch hier blieb ein bisschen Potenzial auf der Strecke liegen.

Die Cameos von Cyborg und Flash – das entdecken und das visuelle wie sie gezeigt wurden, waren wirklich gut. Cyborg welcher durch eine Motherbox entsteht und Flash welcher zu Batman kommt als Anlehnung an das Flashpoint Paradox waren sehr gut gemacht und haben Interesse auf die jeweiligen Einzelfilme geweckt.Leider ist Aquamans Szene welche eigentlich mit am meisten anstacheln sollte, ist besonders im Vergleich zu den beiden anderen Helden eher unterwältigend. Nicht extrem schlecht, nur eben auch nichts besonders innovatives.

Nun zu den negativen Gründen:

Der Endkampf gegen Doomsday. Nicht nur wurde dieser Kampf extrem schlecht eingeführt, Doomsday sieht auch noch aus wie frisch von Saruman erschaffen und bereit die Gefährten in den Minen von Moria zu verschlingen. Außerdem hat die Storyline um Supermans Tod mehr verdient als dies. Es war vorhersehbar und unpassend und einfach nur wieder eine riesengroße Zerstörungsorgie.
Wenn man unbedingt einen großen Baddie am Ende gebraucht hätte, dann hätte man Lex Luthor selbst nehmen können im Robosuit.

Das direkte und endgültige Ende: Wir alle wissen das Superman nicht tot bleibt, aber das heißt nicht das man nicht mal etwas riskieren kann. Das sich die Erde am Ende auf seinem Grab bewegt ist ein eindeutiges Zeichen und leider das falsche. Zack Snyder hatte die Möglichkeit etwas anderes zu erschaffen, den Zuschauer etwas zu schocken und im besonderen die Menschen die keine Kenntnis der Comicvorlage haben, in die Irre zu führen.

Die Nutzung des Charakters Lois Lane welcher irgendwann nicht mehr relevant war, aber man versucht hat ihn relevant zu machen. Aber wie wurde das gemacht? In dem man sie ca. 4 Mal zur Jungfrau in Nöten macht. Das hat mich extrem geärgert. Lois Lane kann mehr und sollte besser genutzt werden.

Die Art und Weise wie die Cameos eingeführt wurden. Nicht die Cameos an sich (obwohl Aquamans wirklich schwach war im direkten Vergleich), sondern das es über eine E-Mail funktioniert und das kurz vor Schluss. Der Zeitpunkt war schwach. Als End-Credit Scene wo eine Diana Prince nach Hause kommt, würde ich es verstehen oder wenn der Moment gekommen ist an dem die Planung der JLA anfängt und Wonder Woman und Batman sich beides zusammen ansehen.

Batman v Superman ist teilweise ziemlich schlampig und konfus gemacht. Der rote Faden fehlt oftmals und im allgemeinen wusste Snyder sich nicht so richtig zu entscheiden wohin die Reise gehen soll. Denn die erste Hälfte des Films kommt einem anders vor, als die zweite Hälfte. Besonders auffällig hier: Der Kampf gegen Doomsday der wirklich nicht zum restlichen Film passt.

Der Grund warum die Batman und Superman kämpfen. Es ist schade das man nur einen der Charaktere – nämlich Batman – eine gute Hintergrundgeschichte für einen Kampf liefern kann. Supermans Grund hingegen ist leider sehr beliebig, den könnte man noch obendrauf setzen aber der Kampf gegen Batman sollte nicht gezwungen sein und ein Plotpoint sein, sondern er sollte entstehen weil beide unterschiedliche Prinzipien haben. Dies wird zwar immer wieder leicht aufgegriffen, aber genauso schnell fallen gelassen – genauso wie die Nachwehen der Explosion im Gericht. Da wäre definitiv – Ja ihr habt es erraten: Mehr Potenzial gewesen! Außerdem das Ende des Kampfes aka Was deine Mom heißt auch Martha? Lass uns beste Freunde für immer werden… *yeah party time*

SPOILER ENDE

Fazit:

Batman v Superman ist gut, aber leider ofmals „nicht gut genug“. Das liegt natürlich im Auge des Betrachters, aber ich muss sagen ich habe viel mehr erwartet und gehofft, das dieser Film dem Comic von wem er den Namen hat auch alle Ehre macht. Er hätte genial sein können und ein Comic-Meisterwerk. Doch am Ende war es leider nur ein Film der eben eine Menge Spaß gemacht hat, visuell beeindruckt hat und in dem man eine Menge Potenzial erkennen konnte, welches hoffentlich in der Ultimate Edition noch ein bisschen genutzt wird.
Aber wenn der Film eines geschafft hat, dann auf jeden Fall das Interesse zu wecken für weitere Abenteuer Batmans und seiner JLA.

7,5 /10

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2 Gedanken zu “Batman v Superman – Super oder ziemlich Bad, Mann?

  1. Hey, da sind wir ja fast einer Meinung! Der Charakter von Lois Lane hier war ganz schön problematisch: Wir geben dir einen Detektivplot, in der du als meisterliche Journalistin herausfinden darfst, dass der Bösewicht – *keuch* – böse ist! Oh, und außerdem bist du ein wandelndes Superman-Rufsignal. Im Kontrast dazu freue ich mich aber darüber, dass wir mit Wonder Woman das erste mal so richtig einen weiblichen Charakter aus der Oberliga mit dabei haben, der nicht einfach nur elegant-agil ist, sondern auch wie die Jungs einstecken und austeilen kann – und ihnen in der kurzen Dauer des Auftritts drei mal den Arsch rettet!

    Viele Leute regen sich wie du über das abrupte Ende des titelstiftenden Duells auf – für mich war es ein schöner Aha-Moment für diesen fatalistischen und paranoiden Batman. Er hat sich aus genau einem Grund das Kostüm angezogen: Damit das Übel da draußen nie wieder Mama und Papa töten kann. Affleck spielt die Erwähnung des Namens wie einen Messerstich, und ich kaufe ihm ab, dass es das eine Stichwort ist, dass ihn sofort zur Salzsäule erstarren lässt. Der scheinbar unbesiegbare Gott aus dem All ist auch nur der Sohn einer Martha, und diesmal hat er die Chance, die Sache richtig zu stellen.

    Tolle Rezension! 🙂

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    • Erstmal danke das du sie komplett gelesen hast und zweitens: Ja von Wonder-Woman war ich angetan, doch auch hier hat man leicht Potenzial verschenkt und es vor allem nicht Comicfans schwer gemacht 😉 Ein bisschen mehr Erklärung als ein Foto hätte schon drin sein können.

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