DC Donnerstag mit Supergirl – Meine Meinung zum Start von Staffel 2

Mit einer „kleinen“ Verspätung kommt nun doch noch wie versprochen mein Artikel zum Auftakt der zweiten Staffel von Supergirl, die nun bei The CW auf Verbrecherjagd gehen darf. Und soviel sei bereits vorab verraten: Die Staffel-Premiere macht definitiv Lust auf mehr.

Supergirls erste Staffel hatte mit einigen dramaturgischen sowie inszenatorischen Schwächen zu kämpfen, doch ein sympathischer Cast, allen voran Melissa Benoist als Kara Zor-El/Supergirl, und die optimistische Grundstimmung der Serie standen auf der Habenseite. Staffel 1 endete zudem mit einem ziemlich gemeinen Cliffhanger, der nun, zu Beginn der zweiten Staffel, aufgegriffen, jedoch noch nicht aufgelöst wird.

Ein neuer Anfang

supergirl-season-2-promo

Supergirl

Nach dem Finale der ersten Staffel hat sich die Lage in National City mittlerweile wieder etwas beruhigt, doch gleichzeitig haben sich einige Dinge verändert. Kara muss zu ihrer Verwunderung feststellen, dass das DEO einen Stützpunkt mitten in National City besitzt und auch das Personal der Behörde hat Zuwachs bekommen, denn Karas Freund Winn arbeitet nun, gemeinsam mit Alex und Hank/Martian Manhunter, für die Behörde. Doch auch für Kara selbst stehen viele Veränderungen ins Haus, denn Cat legt ihr nahe, sich beruflich umzuorientieren und auch die sich langsam entwickelnde Beziehung mit James wird zu einer richtigen Herausforderung. Darüberhinaus stattet auch ihr Cousin Superman der Stadt einen Besuch ab und Lex Luthors kleine Schwester Lena zog es ebenfalls nach National City, um den lädierten Ruf ihrer Familie wieder zu begradigen. Doch im Hintergrund scheint bereits eine ganz andere Kraft ihre Pläne zu schmieden, die Kara und ihren Freunden noch viele Probleme bereiten dürfte.

Nicht wenige dürften sich gefragt haben, ob und falls wie sich der Wechsel von CBS zu The CW auf die Serie auswirken wird und jene, die sich diesbezüglich Sorgen gemacht haben sollten, kann ich beruhigen: Supergirl funktioniert auch beim neuen Sender sehr gut und sieht, meiner Meinung nach, sogar besser aus denn je. Natürlich kann The CW nicht ähnlich viel Geld in die Effekte investieren, wie es CBS vergangene Season tun konnte, doch die Effekte sehen gut aus und bewegen sich in etwa auf einem Niveau mit denen anderer Serien wie The Flash oder DC’s Legends of Tomorrow. Doch die sicherlich weitaus größere Frage war, wie würde sich Superman in das Charaktergeflecht der Serie einfügen und könnte er dies tun, ohne dabei die anderen Figuren zu überstrahlen?

Von Metropolis nach National City

Supergirl --

Clark und Kara

Nach Brandon Routh (Superman Returns), Tom Welling (Smallville) und Henry Cavill (Man of Steel, Batman v Superman) ist es nun an Tyler Hoechlin, den Mann aus Stahl im 21. Jahrhundert zu verkörpern, doch angesichts der ersten veröffentlichten Promo-Bilder war ich nicht unbedingt ein großer Fan dieser Idee. Besonders im Vergleich zu Cavill, der Superman im DCEU auf der großen Leinwand verkörpert, wirkt Hoechlin doch sehr schmächtig und auf den ersten Blick beinahe zu unscheinbar, um den Vater der modernen Superhelden zu spielen. Meine Zweifel haben sich mit der ersten Episode jedoch beinahe gänzlich in Luft aufgelöst, denn wie schon bei Benoist als Supergirl ist es Hoechlins Darstellung Supermans, welche die optischen Unterschiede schnell vergessen macht. Wem Cavills Superman im Kino-Universum zu ernst, nachdenklich und düster ist, der dürfte mit Hoechlins Verkörperung des Mannes aus Stahls vermutlich das bekommen, was er sich wünscht: Superman, wie wir ihn aus den Comics kennen und beinahe möchte ich sagen, dass fast Erinnerungen an Christopher Reeves Superman aufkommen. Es war ein wahrer Glücksgriff Berlantis, die Warner Bros.-Bosse von der Integrierung Supermans in die Serie überzeugen zu können, denn obwohl man merkt, welche Ehrfurcht jeder vor ihm zu haben scheint, so ist es doch speziell die Chemie zwischen Hoechlin und Benoist, die sich hervorragend in die Serie einbettet und jederzeit von beiden glaubhaft vermittelt wird. Dies beginnt bei kleinen Nicklichkeiten, etwa wenn Kara erzählt, dass sie Superman früher die Windeln gewechselt hat, über sehr intime Momente, wenn Clark seiner Cousine einen persönlichen Rat gibt, bis hin zur Unterstützung im Kampf für das Gute; Hoechlins Superman ist definitiv ein Gewinn für die Serie sowie eine harmonische Erweiterung des ohnehin schon sympathischen Casts.

Doch auch die bereits etablierten Figuren sind natürlich weiterhin dabei und machen dort weiter, wo sie in der vorangegangenen Staffel aufgehört hatten. Alex ist somit noch immer auf der Suche nach ihrem Vater, Hank will die Erde beschützen (und hat ein sehr persönliches Problem mit Superman) und Cat macht ihrer neuen Assistentin ordentlich Dampf, während sie gleichzeitig versucht, Kara dabei zu unterstützen, ihren eigenen beruflichen Weg weiter zu beschreiten. Cat ist es hier auch einmal mehr, die das Geschehen mit ihren herrlich bissigen Kommentaren auflockert und Kara dazu ermutigt, immer wieder ihre Grenzen auszuloten, weshalb diese letztendlich den Entschluss fasst wie ihr Cousin eine Reporterin zu werden. Doch bis zu dieser Entscheidung war es ein langer Weg, denn Kara musste sich erst darüber klar werden, was sie wirklich will und welche Dinge womöglich doch keinen Platz in ihrem Leben haben. So kommt es ebenfalls dazu, dass Kara und James ihre noch recht junge Beziehung beenden, bevor diese richtig begonnen hat. Diese Entscheidung empfinde ich als nur konsequent, denn obwohl die Chemie zwischen den beiden gut ist, so nahm man ihnen das verliebte Paar doch nie wirklich ab und oftmals erweisen sich gerade solche recht halbherzigen Romanzen in einer Serie letztendlich als ein Klotz am Bein, der oftmals zu spät entsorgt wird.

Mein kleines Fazit:

Wenn man dieser Episode eines vorwerfen könnte, dann wäre es, dass sie meist doch ziemlich vorhersehbar ist und lieber auf bekannten Pfaden wandelt, statt wirklich neue Wege zu gehen, doch dies ist Kritik auf einem sehr hohen Niveau, denn die Episode als solche funktioniert hervorragend und wenn es der Serie gelingen sollte, dieses Niveau über ihren gesamten Verlauf zu halten, dann dürfte sie endlich ihr ganzes Potenzial nutzen, welches bisher meist lediglich unter der Oberfläche schlummerte 🙂

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