DC Donnerstag mit The Flash und Supergirl – Meine Meinung zum Musical-Crossover

In der aktuellsten The Flash-Episode ist manches anders, denn diesmal ist nicht nur Supergirl zu Gast, nein: Beide dürfen sogar gemeinsam singen.

Seit mittlerweile 20 Jahren ist Musik ein fester Teil meines Lebens. Ich musiziere selbst, spielte und spiele noch in diversen Gruppen, gehe liebend gerne auf Konzerte oder Festivals. Die Musik begleitet mich beinahe schon mein ganzes Leben und es wäre sicherlich nicht untertrieben, wenn ich sage: Ich liebe Musik. Doch seltsamerweise bin ich nicht unbedingt ein großer Musical-Fan und das war ich auch noch nie. Warum mich die aktuellste The Flash-Episode trotz dieser widrigen Vorzeichen begeistern konnte, möchte ich euch in diesem Text näherbringen.

Wie in meinen bisherigen „Reviews“ werde ich auch hier wieder etwas genauer auf den Inhalt der Episode eingehen, weshalb ich eine klare SPOILER-WARNUNG aussprechen möchte!

Der Music Meister betritt die Bühne

The Flash Duet - Music Meister

Der Music Meister in Aktion

You’re in a movie musical. All you have to do is just follow the… – The yellow bricket road? – No. The script.

Am Ende der gestrigen Supergirl-Episode wurde ein neuer Gefangener, ein junger Mann in einem Anzug – der Music Meister – ins DEO gebracht. Wie sich wenig später allerdings herausstellt, hat sich dieser absichtlich gefangen nehmen lassen, um so in Supergirls Nähe zu kommen. Er sieht Kara tief in die Augen und aktiviert seine Kräfte, woraufhin sie ohnmächtig zusammenbricht. Das DEO versucht noch, ihn aufzuhalten, doch er sagt, er habe genug von dieser Erde, weshalb er sich nun mit dem schnellsten Mann der Welt treffen will. Durch ein Portal verschwindet schießlich der Music Meister. Mon-El und J’Onn folgen ihm, um Barry und seine Freunde um Hilfe zu bitten, denn Kara ist nicht mehr ansprechbar. Wenig später erscheint auch der Music Meister auf Erde-1, wo er sich mit Barry und Wally anlegt. Es gelingt ihm, Barry ebenfalls außer Gefecht zu setzen und dieser findet sich kurze Zeit darauf in einer anderen Welt wieder. Kara steht auf einer Bühne und singt, doch sie scheint selbst nicht zu wissen, wieso.

Der Music Meister erschuf aus Barrys und Karas Gedanken sowie ihrer gemeinsamen Vorliebe für Musicals eine Art Traumwelt, die optisch sowie thematisch an die 1940er Jahre angelehnt ist. Aus dieser können die beiden Super-Freunde nur entkommen, wenn sie, nun ja, dem Skript folgen. Wollen sie wieder zurück in die reale Welt, dann müssen sie die Rollen spielen, die ihnen in dieser Welt zugedacht sind: Zwei Sänger, die für einen Gangster-Boss in dessen Klub auftreten. Die ganze Sache hat allerdings einen Haken, denn sollten sie in ihrer Musical-Welt, in der sie über keinerlei Kräfte verfügen, sterben, dann sterben sie ebenfalls in der realen Welt. Während ihre Freunde in der wirklichen Welt versuchen, den Music Meister dingfest zu machen, um ihn dazu zu bringen, Kara und Barry aus ihrem Koma zu erwecken, folgen diese in ihrer Traumwelt dem Skript und treffen auf allerlei vertraute Gesichter.

Die zentrale neue Figur in dieser Episode ist der von Darren Criss verkörperte Music Meister, der als eine Art „Villain of the Week“ auftritt und allerlei Chaos stiftet. Er sperrt Barry und Kara in ihren Gedanken ein, entzieht ihnen gleichzeitig jedoch ihre Kräfte, um damit in Central City auf Raubzug zu gehen. All dies tut er hingegen nicht, um seine Überlegenheit unter Beweis zu stellen oder sich an unseren Helden zu rächen, sondern um Barry und Kara eine Lektion zu erteilen; ihnen also auf eine sehr eigene, irgendwie verdrehte Art, zu helfen. Dieses eher unorthodoxe Vorgehen unterscheidet den Music Meister von anderen Schurken aus The Flash und Supergirl; am Ende der Episode erscheint er sogar gar nicht mehr wie ein Bösewicht, was eine angenehme Abwechslung zu den Gegnern der vergangenen Wochen darstellt. Zudem kann man sich, sollte diese Episode bei den Fans gut ankommen, wohl sicher sein, dass dies nicht Criss‘ letzter Auftritt in dieser Rolle war, denn bezüglich der Hintergrundgeschichte des Music Meister wurden viele Fragen offen gelassen – so weiß man weder, woher er wirklich kommt noch wieso er so viele verschiedene Dinge weiß (beispielsweise Flashs wahre Identität). Criss machte sich diese Figur darüber hinaus ohne jeden Zweifel zu eigen und erweckte sie mit viel Charme sowie einer Menge Energie wirklich fantastisch zum Leben. Außerdem war seine Harmonie mit dem restlichen Cast nahezu perfekt und dass er ein begnadeter Sänger und Tänzer ist, weiß man nicht zuletzt aus seiner Zeit bei der Serie Glee.

Ein Liebesbrief ans Musical

The Flash Duet - Kara und Barry tanzen

Die Super Friends: Kara und Barry

Musicals have the power to make everything better.

Während ihres Aufenthalts in ihrer Musical-Welt sehen sich Barry und Kara nicht nur mit vertrauten Gesichtern in ungewohnten Rollen konfrontiert, auch ihr eigenes musikalisches Talent ist gefragt, wenn sie diesem Gefängnis entfliehen wollen. Solche Episoden, die in Parallelwelten angesiedelt sind, bieten Darstellern immer die Möglichkeit, aus ihrem „Alltagstrott“ auszubrechen und sich einmal von einer ganz anderen Seite präsentieren zu können. Die The Flash-Episoden, in denen Barry und Cisco erstmals Erde-2 besuchten, sind ein schönes Beispiel dafür. Eine weitere Parallele zu diesen speziellen Folgen und Duet gibt es ebenfalls, denn hüben wie drüben durfte Jesse L. Martin (Joe West) sein Gesangstalent unter Beweis stellen, diesmal allerdings mit Unterstützung von Victor Garber (Martin Stein) und John Barrowman (Malcolm Merlin) in einer wirklich fantastischen Szene, doch dazu gleich ein paar Worte mehr. Auch andere bekannte Gesichter tauchen in dieser Welt auf, nämlich Winn, Cisco, Iris und Mon-El. Die beiden Letztgenannten sind in dieser Welt ein Liebespaar, die jedoch zwei verfeindeten Gangster-Familien angehören und sich deshalb eigentlich nicht lieben dürften. Barry und Kara kommt dabei die Aufgabe zu, beide auf ihrem Weg zu unterstützen, allerdings erweist sich dies als schwierigere Aufgabe als zunächst gedacht.

Nun jedoch endlich zu dem Punkt, der sicherlich die meisten interessieren dürfte: Die Gesangseinlagen. Diese sind, ohne Übertreibung, absolute Highlights und gerne hätte ich noch mehr dieser Momente in der Episode gehabt, denn leider wird insgesamt nur fünfmal gesungen. Das erste Lied, Moon River, wird von Melissa Benoist als Solo gesungen und klingt einfach nur wunderschön. Mit viel Gefühl und Soul in der Stimme liefert sie hier eine hervorragende Leistung ab. Beim zweiten Song, Put A Little Love In Your Heart, bekommt der Music Meister seinen großen Auftritt, der dieses Lied gemeinsam mit Nicht-Winn (Jeremy Jordan), Nicht-Malcolm Merlin und Nicht-Cisco (Carlos Valdes) performt. Jeder von ihnen hat seinen ganz eigenen Moment zum Strahlen, wobei Criss‘ Charakter hier in meinen Augen das klare Highlight darstellt. Abgerundet wird diese Szene von einer aufwendig choreographierten Tanz-Nummer, die sich hervorragend in die Szenerie einfügt. Weiter oben erwähnte ich bereits Jesse L. Martin, Victor Garber und John Barrowman, die ebenfalls einen Song als Trio singen dürfen und dabei Zeilen aus dem Lied More I Cannot Wish You aus dem Stück Guys and Dolls entleihen – die Harmonie ihrer Stimmen ist hervorragend und der Kontext, in dem dieser Song gesungen wird, ist wirklich herrlich komisch. Mein persönliches Lieblingslied ist jedoch das vierte im Bunde, welches den Titel Super Friend trägt. Dieses wird von Melissa Benoist und Grant Gustin als Duett vorgetragen. Auf äußerst charmante Art wird hier die besondere, freundschaftliche Beziehung der beiden Superhelden in einen Song verpackt, der sofort gute Laune verbreitet als auch Ohrwurm-Qualitäten besitzt. In dieser Szene dürfen Benoist und Gustin ebenfalls eine kleine Tanznummer aufs Parkett zaubern, bei der beide schön miteinander harmonieren – ähnliches gilt für ihre Stimmen und hier zeigen sie, dass sie seit ihrer Glee-Zeit absolut nichts verlernt haben. Das letzte Lied im Bunde wurde von Benj Pasek und Justin Paul für diese Episode beigesteuert, die dieses Jahr für ihre Arbeit an La La Land den Oscar gewinnen konnten. Ihr Stück Runnin‘ Home to You ist das einzige, welches nicht in Barrys und Karas Musical-Welt gesungen wird, sondern einzig und allein von Grant Gustin, der somit ebenfalls ein Solo spendiert bekommt. Dieses Lied wurde mit viel Gefühl von Gustin dargeboten, dessen Charakter Barry in dieser Szene zudem seiner großen Liebe Iris einen erneuten Heiratsantrag macht. Dies war in meinen Augen nicht nur die emotionalste Szene der gesamten Episode, sondern vielleicht sogar der schönste Barry-Iris-Moment bisher.

Diese Musicals-Einlagen fügten sich hervorragend ins große Ganze ein und waren DIE Highlights dieser Episode, denn sie brachten etwas zurück in The Flash, was ich in den vergangenen Wochen sehr vermisst habe: Spaß und Leichtigkeit. So blöd die Idee einer Musical-Episode in einer Superhelden-Serie auf den ersten Moment wirken mag; in meinen Augen war dieser Schritt ein wahrer Glücksgriff und der bisherige Höhepunkt der dritten Staffel von The Flash.

Love is in the Air

The Flash Duet - Barry und Kara

Barry und Kara

I saw two people with two broken hearts. Love is about letting yourself be saved.

Das große, übergeordnete Thema dieser Folge war die Liebe, denn sowohl zwischen Barry und Iris als auch zwischen Kara und Mon-El kriselte es in der jüngsten Vergangenheit. Der Music Meister sperrte seine Opfer in ihre eigenen Gedanken, damit Barry und Kara erkennen, was unsere zwei Pärchen wirklich füreinander empfinden. Ich finde es wirklich schön, dass Barry und Iris endlich wieder zueinander gefunden und sich einmal mehr miteinander verlobt haben, doch speziell bei Kara und ihrem Freund/Ex-Freund Mon-El empfand ich die schnelle Versöhnung als überstürzt, denn sie hatten sich gerade erst in der vorangegangenen Supergirl-Episode voneinander getrennt. Dies macht Karas Entscheidung aus der vorherigen Folge nicht nur unnötig, sondern beraubt sie als Charakter um einen wichtigen Moment in ihrer Entwicklung: Sie machte Mon-El unmissverständlich klar, dass sie sich nicht länger von ihm belügen lassen will und beendete ihre Beziehung, doch durch die Blitz-Versöhnung in Duet verliert dieser Moment komplett seine emotionale Wucht. Doch dies ist, wenn ich ehrlich bin, mein einziges richtiges Problem mit dieser Folge, mal abgesehen davon, dass ich wirklich (wirklich!) gerne den Darstellern bei noch mehr Songs gelauscht hätte.

Hach ja, was für eine schöne Episode Duet doch ist und sie bietet genau das, was The Flash derzeit bitter benötigte, nämlich viel Optimismus und eine gewisse Unbeschwertheit; zwei Dinge, die der Serie in den vergangenen Wochen zusehends abhanden gekommen waren. Obwohl ich kein wirklich großer Musical-Fan bin, hatte ich eine wundervolle Zeit mit dieser ganz speziellen Episode und hoffe, so etwas in Zukunft noch öfter im Arrowverse sehen zu können. Die Chemie zwischen Benoist und Gustin ist bei jedem ihrer Treffen schlicht hervorragend und selbiges gilt in dieser besonderen Episode für Criss als Music Meister, der einen spektakulären Auftritt aufs Parkett legt. Duet ist ein Liebesbrief an Musicals und war in jeder einzelnen Sekunde einfach nur wunderbar unterhaltsam, mit erinnerungswürdigen Momenten sowie großartig performten Songs.

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