Marvel Mittwoch – Captain America: Civil War Review

Marvel Mittwoch

Jeden Mittwoch startet ich hier ab heute den „Marvel Mittwoch“, an welchem ich entweder über einen Marvelfilm, eine Marvelserie oder auch über etwas anderes von Marvel schreibe. An meinem ersten Marvel Mittwoch widme ich mich dem Film, Captain America: Civil War.

Captain America: Civil War ist der dritte und abschließende Teil der Captain America Trilogie, er knüpft direkt an die Ereignisse aus dem zweiten Teil Captain America: Winter Soldier und dem zweiten Avengersfilm an. Natürlich mit SPOILER.

Die Helden sind nach einem erneutem Zwischenfall durch die New Avengers in Lagos, nun endgültig auf der Abschussliste der Regierung gelandet. Die sind der Meinung das ein solches Heldenteam Grenzen braucht und kontrolliert werden muss. Captain America sieht das anders, welches auch direkt mit den Ereignissen aus Winter Soldier zusammenspielt. Dort wurde auch die höhere Instanz der Avengers – nämlich SHIELD – von Hydra unterwandert und genutzt um Schaden anzurichten. Iron Man hingegen ist dafür das die Avengers von der Regierung überwacht wird. Ein Kampf entbricht der die Lager der Avengers spaltet. Als ob das noch nicht genug wäre, jagen die Avengers immer noch Bucky „Winter Soldier“ Barnes und im Hintergrund zieht ein unbekannter Gegner ungeahnt die Fäden.

Anthony und Joe Russo haben schon einige Interessante Dinge preisgegeben über ihren neuesten Film, einer der interessantesten Statements für mich ist:

„Wir wollten das jeder Charakter seinen großen Moment hat. Denn egal wie klein die Rolle ist, es gibt jemanden im Kino der ein Fan des Charakters ist und genau für diesen Charakter in den Film geht.“

Und das haben die beiden Regisseure meines Erachtens auch geschafft. Jeder Charakter hat seinen großen Auftritt – mindestens einmal. Selbst Crossbones welcher sich selbst in die Luft jagt, liefert kurz davor noch einen unglaublich toughen Kampf gegen die New Avengers.

Sehr positiv fand ich dieses Mal auch wieder den Schurken des Films. Oberst Zemo hat meines Erachtens einen sehr nachvollziehbaren Grund sich gegen die Avengers zu stellen. Im Gegenteil zu den anderen Schurken des Marvel Cinematic Universe ist an Zemo sehr positiv, das er die Avengers nicht versucht mit einer Armee zu schlagen oder purer Zerstörungskraft, sondern auf psychischer Ebene. Er spielt die Avengers gegeneinander aus und im besonderen natürlich Tony Stark gegen den Rest. So unglaubwürdig ist das Finale dann nämlich auch nicht, wenn man bedenkt das Tony Stark seinen Schmerz all die Jahre mit sich herum trägt und es nie richtig verarbeitet hat. All die Jahre dachte Tony es wäre nur ein einfacher Unfall und dann plötzlich: Mord! Aber um noch eins oben drauf zu setzen: Der Mörder steht zwei Meter neben dir. In dem Moment ist dann erstmal jede Gehirnwäsche komplett egal, da sieht man nur noch rot. Steve Rogers hingegen, verteidigt seinen besten Freund aus Kindheitstagen. Den Mann mit dem er durch dick und dünn ging, der Mann den er im Krieg gerettet hat. Bucky selbst hat aber auch noch ordentlich zu knabbern – er kann sich an alles erinnern und muss nun damit leben.

Natürlich kann ich keine Review schreiben, ohne die zwei neuen Helden zu erwähnen: Black Panther und Spider-Man. Zum einen haben wir die erste Darstellung Black Panthers auf der Kinoleinwand und auf der anderen Seite die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft endlich im MCU. Bei Black Panther kann ich nur sagen, verdammt Marvel bleibt sich weiterhin treu mit dem Motto: „Klotzen, nicht kleckern!“ denn er wurde perfekt und Comicgetreu in Szene gesetzt. Von den smoothen Bewegungen, dem aggressiven Kampfstil, den vielen Sprüngen sowie seinem mehr als gefährlichen Anzug – Top! Chadwick Boseman hat auch außerhalb der Maske ganze Arbeit geleistet den Schmerz und die Wut darzustellen, welcher T´Challa fühlt. Bei Peter Parker ist das natürlich ganz anders, auch wenn man merkt dann Spidey ein bisschen als Fanservice hinzugefügt wurde, so ist das keinesfalls schlecht wenn man mal betrachtet was für ein Spider-Man dabei herausgekommen ist. Er schwingt, redet, schießt, veräppelt alles in einer Tour und obendrein ist er auch noch dauer verwirrt und leicht überfordert, da er erst seit 6 Monaten seine Fähigkeiten hat. Tony Stark aka Iron Man ist ein Gott für ihn, ein Idol und deshalb lässt dieser sich auch einspannen.

Das alles mündet in eine der besten Comicactionszenen die jemals auf Film gebannt worden sind: Die große Flughafenszene. Hier sieht man die Helden jedes Teams zusammenarbeiten, austüfteln und vor allem ihre Fähigkeiten intelligent einsetzen. Dadurch macht der Kampf unglaublich Spaß und lässt wohl jedes Comicfanherz meilenweit hochschlagen. Von Giant Man, bis hin zu einem dauerkommentierenden Spider-Man, zu Hawkeyes und Black Widows Freundschaft bis hin zu dem Kampf zweier New Yorker: Spidey und Captain America. Kleines Easter Egg: Der Kampf findet am Leipziger Flughafen statt, der Comiccharakter Baron von Zemo stammt ursprünglich aus Leipzig.

Aber natürlich hat der Film Civil War auch seine Schattenseiten: Oftmals zu hektisch gedreht geht besonders in 3D viel der Kampfszenen im Gewusel unter – leider besonders beim Kampf Iron Man gegen Bucky und Rogers. Es wird da manchmal schon sehr unübersichtlich. Außerdem kann Civil War nicht ganz so sehr die Spannung aufbauen, wie Winter Soldier. Dieser fühlte sich doch oft ein bisschen als Thriller an, welches hier bei Civil War etwas fehlte. Und zu guter letzt konnte man sich schon denken, das es anders als in der Comicvorlage keine Tote geben wird und die Kämpfe vielleicht ein bisschen mit angezogener Handbremse stattfinden.

Fazit: Civil War ist ein grandioser Abschluss der Captain America Trilogie. Mit einem Bösewicht auf psychischer Ebene, nachvollziehbaren gegnerischen Seiten und einem Konflikt welcher wohl noch etwas in Civil War nachhallen wird. Joe und Anthony Russo haben es wirklich geschafft jedem Charakter seinen eigenen kleinen – oder auch großen – Moment zu geben.

Wertung 9 /10

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Batman v Superman – Super oder ziemlich Bad, Mann?

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Der Dämon von Gotham und der falsche Gott aus Metropolis

Batman v Superman kommt bei mir besser weg als bei den meisten anderen, das hat aber auch seinen Grund und der heißt: Comicfan.

Ja es wird kein Hehl daraus gemacht, das Batman v Superman durchaus besser ankommt wenn man die Inspirationsquellen und Parallelen zu den Comics erkennt – ob Snyder damit nun einen großen Fehler begangen hat, bleibt abzuwarten.
Ich fand ihn mit einigen wirklich großen Abstrichen sehr gut – und die Ultimate Edition könnte zumindest an manchen Ecken Dinge glattbügeln.

Aber warum dann 7,5? Ganz einfach: Zack Snyder hatte auch viel was an diesem Süppchen nicht geschmeckt hat und das lässt sich nicht verbergen. Außerdem muss ich sagen das ich enttäuscht bin über dieses verschenktes Potenzial, aber dazu gleich mehr.

SPOILER – SPOILER – SPOILER

Zuerst einmal zu den wirklich gelungenen Dingen:

Zack Snyder hat es visuell drauf – Punkt, aus Micky Maus (oder warte ist ja nicht Disney also ähhhh Punkt, aus Bugs Bunny?!) Zack Snyder hat etwas getan was einfach nur saumäßig gut war: Er hat Batman v Superman oftmals einen Watchmen artigen Look gegeben und besonders Batman kommt mehr als einmal wie ein Rohrschach mit jeder Menge Geld vor. Das war intelligent – und ehrlich das Batman tötet ist nicht so eine große Abweichung, er macht das in den meisten anderen Filmen auch (nur nicht so in unser Gesicht – dachtet ihr ein Mann der einen Turm runter geschubst wird überlebt oder einer der Dynamit in der Hand explodieren lässt?)

Nächster Punkt: Batfleck *.* Holy Affleck in a Batsuit, Batman! Ich gebe zu das habe ich nicht erwartet gehabt, aber Affleck bringt auf jeden Fall einen anderen Batman auf die Leinwand und mit Abstand wohl einen der interessantesten. Schade das bei ihm nicht noch ein bisschen das Robin Dilemma beleuchtet wurde, aber vielleicht hält das ja die Ultimate Edition für uns bereit. Trotzdem bleibt zu sagen: Affleck bekommt eine 110 auf der Batman Skala, denn er bringt diesen fertigen alten Mann perfekt rüber, aber auch die Wut und das Brutale. Der Kampf Batmans gegen Luthors Handlanger war unglaublich intensiv und einfach extrem gut choreographiert. Der Kampfstil erinnert mehr als nur einmal an die Arkham Spielreihe.
Dann noch ein perfekt getroffener Alfred durch Jeremy Irons! Holy Moly endlich! Es hat 8 Filme gedauert bis wir endlich mal einen interessanten Alfred bekommen, einen Alfred der mehr ist als nur sein alter Butler. Ein Alfred der anpackt und sich nichts bieten lässt. Ein Alfred der auch mal harsch ist – Bruce Wayne ist schon lange kein kleines Kind mehr und Alfred zumindest in den Comics so viel mehr als nur ein „Butler“, also ist es auch verständlich das er Bruce des öfteren Kontra gibt – aber ihm bis zum bitteren Ende zur Seite steht.

Die Fülle an Easter Eggs und Referenzen. Es gibt wirklich viel zu entdecken hier und das ist toll, so etwas freut mich selbst immer ziemlich bei Filmen.

Der Kampf der zwei Titanen ist episch – solange er denn andauert. Er ist gut choreografiert und logisch durchdacht, das Team um Snyder saß wirklich da und hat sich überlegt wie Batman gegen den Gott aus Metropolis gewinnen könnte.

Das ist jetzt sehr subjektiv: Mir hat Lex Luthor gefallen. Nicht Eisenbergs zappelige Performance, die kratzte schon ziemlich an den Nerven. Nichtsdestotrotz muss man anerkennen, das es dieses Mal wenigstens einen sinisteren Lex Luthor gibt. Keinen Immobilienhai – sondern wirklich ein Wahnsinniger mit einem „größeren Plan“.

Wonder Woman war cool aber irgendwie meines Erachtens auch zu wenig um mich richtig vom Hocker zu hauen. Sie war gut in Szene gesetzt, aber auch hier blieb ein bisschen Potenzial auf der Strecke liegen.

Die Cameos von Cyborg und Flash – das entdecken und das visuelle wie sie gezeigt wurden, waren wirklich gut. Cyborg welcher durch eine Motherbox entsteht und Flash welcher zu Batman kommt als Anlehnung an das Flashpoint Paradox waren sehr gut gemacht und haben Interesse auf die jeweiligen Einzelfilme geweckt.Leider ist Aquamans Szene welche eigentlich mit am meisten anstacheln sollte, ist besonders im Vergleich zu den beiden anderen Helden eher unterwältigend. Nicht extrem schlecht, nur eben auch nichts besonders innovatives.

Nun zu den negativen Gründen:

Der Endkampf gegen Doomsday. Nicht nur wurde dieser Kampf extrem schlecht eingeführt, Doomsday sieht auch noch aus wie frisch von Saruman erschaffen und bereit die Gefährten in den Minen von Moria zu verschlingen. Außerdem hat die Storyline um Supermans Tod mehr verdient als dies. Es war vorhersehbar und unpassend und einfach nur wieder eine riesengroße Zerstörungsorgie.
Wenn man unbedingt einen großen Baddie am Ende gebraucht hätte, dann hätte man Lex Luthor selbst nehmen können im Robosuit.

Das direkte und endgültige Ende: Wir alle wissen das Superman nicht tot bleibt, aber das heißt nicht das man nicht mal etwas riskieren kann. Das sich die Erde am Ende auf seinem Grab bewegt ist ein eindeutiges Zeichen und leider das falsche. Zack Snyder hatte die Möglichkeit etwas anderes zu erschaffen, den Zuschauer etwas zu schocken und im besonderen die Menschen die keine Kenntnis der Comicvorlage haben, in die Irre zu führen.

Die Nutzung des Charakters Lois Lane welcher irgendwann nicht mehr relevant war, aber man versucht hat ihn relevant zu machen. Aber wie wurde das gemacht? In dem man sie ca. 4 Mal zur Jungfrau in Nöten macht. Das hat mich extrem geärgert. Lois Lane kann mehr und sollte besser genutzt werden.

Die Art und Weise wie die Cameos eingeführt wurden. Nicht die Cameos an sich (obwohl Aquamans wirklich schwach war im direkten Vergleich), sondern das es über eine E-Mail funktioniert und das kurz vor Schluss. Der Zeitpunkt war schwach. Als End-Credit Scene wo eine Diana Prince nach Hause kommt, würde ich es verstehen oder wenn der Moment gekommen ist an dem die Planung der JLA anfängt und Wonder Woman und Batman sich beides zusammen ansehen.

Batman v Superman ist teilweise ziemlich schlampig und konfus gemacht. Der rote Faden fehlt oftmals und im allgemeinen wusste Snyder sich nicht so richtig zu entscheiden wohin die Reise gehen soll. Denn die erste Hälfte des Films kommt einem anders vor, als die zweite Hälfte. Besonders auffällig hier: Der Kampf gegen Doomsday der wirklich nicht zum restlichen Film passt.

Der Grund warum die Batman und Superman kämpfen. Es ist schade das man nur einen der Charaktere – nämlich Batman – eine gute Hintergrundgeschichte für einen Kampf liefern kann. Supermans Grund hingegen ist leider sehr beliebig, den könnte man noch obendrauf setzen aber der Kampf gegen Batman sollte nicht gezwungen sein und ein Plotpoint sein, sondern er sollte entstehen weil beide unterschiedliche Prinzipien haben. Dies wird zwar immer wieder leicht aufgegriffen, aber genauso schnell fallen gelassen – genauso wie die Nachwehen der Explosion im Gericht. Da wäre definitiv – Ja ihr habt es erraten: Mehr Potenzial gewesen! Außerdem das Ende des Kampfes aka Was deine Mom heißt auch Martha? Lass uns beste Freunde für immer werden… *yeah party time*

SPOILER ENDE

Fazit:

Batman v Superman ist gut, aber leider ofmals „nicht gut genug“. Das liegt natürlich im Auge des Betrachters, aber ich muss sagen ich habe viel mehr erwartet und gehofft, das dieser Film dem Comic von wem er den Namen hat auch alle Ehre macht. Er hätte genial sein können und ein Comic-Meisterwerk. Doch am Ende war es leider nur ein Film der eben eine Menge Spaß gemacht hat, visuell beeindruckt hat und in dem man eine Menge Potenzial erkennen konnte, welches hoffentlich in der Ultimate Edition noch ein bisschen genutzt wird.
Aber wenn der Film eines geschafft hat, dann auf jeden Fall das Interesse zu wecken für weitere Abenteuer Batmans und seiner JLA.

7,5 /10