Marvel -Mittwoch: Daredevil Season 1

Am 10. April war es soweit: Auf Netflix startete die Serie Marvel’s Daredevil und sie ist grandios. Zumindest fand ich das. Aber der Blogartikel soll keine Lobhudelei werden, warum ich die Serie grandios fand, sondern eine Erklärung was die Serie von anderen Produktionen aus dem Hause Disney abhebt bzw. dem Marvel Cinematic Universe.

Anders als bei DC, gehören die Serien des Marvel Konzerns zu ihrem Universum dazu. Auch kurz MCU genannt, deshalb ist es völlig legitim dies miteinander zu vergleichen. Aber was ist nun so besonders an dem Teufel aus Hell´s Kitchen? Ganz kurz und knackig: Er ist realer.

Die Serie rund um Daredevil hat keine Aliens, keinen Hokus Pokus, kein Super Serum. Eine kleine Mutation Matt Murdocks ist das Sonar welches er immer noch besitzt, welches aber bei weitem nicht so ausgeprägt ist wie beim Film Daredevil. Stattdessen ist die Serie brutal, karg, dunkel und sehr actionlastig. Viele Kämpfe bahnen sich an. Viel Blut wird vergossen.

Die Kämpfe sind äußerst realistisch gestaltet, so wie das Kostüm Daredevils. Was Blut und Verletzungen angeht, lässt sich Netflix auch nicht lumpen. Die Serie könnte auch aus der Feder von Frank Miller stammen, ohne groß zu spoilern kann ich sagen das sowohl eine Köpfung, als auch das abhaken einer Hand in der Serie vorkommt. Dies sind überraschend „neue Töne“ in einem Universum in dem Coulson in Marvel’s The Avengers nicht einmal eine Austrittswunde hatte.

SPOILER

Auch das Kostüm des Daredevils ist um einiges realer als das aus dem Film. Es zollt den Comics Respekt, lässt aber auch nicht die Realität außer Acht. Es sieht mehr wie eine Rüstung aus und nicht wie ein Kostüm.

SPOILER ENDE

Auch was die Gegner angeht fährt Netflix ein anderes Kaliber auf, es wird sich zwar an die Vorlage gehalten, aber selten hat man einen Gegenspieler gesehen wie Wilson Fisk. Dieser wird grandios von Vincent D’Onofrio gespielt, brutal, brachial und hitzköpfig. Wie der Comic Fisk eben.

Das erfrischende an Marvel’s Daredevil ist seine Realität. Seine Brutalität. Jeder der mit dem MCU bisher nichts anfangen konnte, der sollte definitiv einen Blick riskieren. Es gibt noch ab und zu Humor, aber in erster Linie ist Daredevil hart und eine gehörige Luftveränderung. Vielleicht wird Daredevil in der Masse der Serien irgendwann untergehen, aber im MCU wird er immer einen ganz speziellen Platz haben. Ich frage mich nur ob Disney diesen Pfad weiterverfolgt bzw. es nur auf die Netflix Serien Jessica Jones, Luke Cage, Iron Fist und der Team Up Serie The Defenders beschränkt.

Fazit: Marvel und Disney haben hier eine Serie auf die Beine gestellt, welche im MCU (bisher) einzigartig ist: Karg, actinlastig, blutig, brutal und brachial. Daredevil ist so gut wie nie. Die Serie könnte auch fast direkt von Frank Miller stammen. Ich war begeistert und im besonderen von Charlie Cox, welcher das ganze besser rüberbringt als einst Ben Affleck und von Vincent D’Onofrio als Wilson Fisk. Dieser Mann ist mir ab sofort gruselig hoch 10. Der Blick. Die Gestik. Wow.

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Marvel Mittwoch – Spider-Man: The Animated Series Review

Marvel Mittwoch 2

Es ist wieder Mittwoch und was das bedeutet ist klar: „Marvel Mittwoch“! Heute mit einem richtigen Knaller: Spider-Man: The Animated Series. Dieses Glanzstück hat mich durch meine Kindheit begleitet, aber hier spricht nicht nur die Nostalgie und das Kind in mir, sondern auch der Comicfan und an dieser Front hat diese Serie so einiges zu bieten!

Die Serie wurde von Fox produziert und lief von 1994 bis 1998. Sie umfasst insgesamt 5 Staffeln mit 65 Folgen. Sie ist seit 2010 komplett auf DVD erhältlich, leider aber mittlerweile zu einem sehr hohen Preis, da sie doch sehr schnell vergriffen war.

In der Serie verfolgen wir den Teenager Peter Parker wie er nach einem Spinnenbiss von einer genmanipulierten Spinne zu Spider-Man mutiert. In 65 Folgen begleiten wir dabei Peter wie er versucht die Stadt zu retten und sein Privatleben unter einen Hut zu bringen. Denn das Doppelleben ist nicht leicht und Wilson Fisk, der Hobgoblin, Hydro, das Studium und der grüne Kobold sind nur einige wenige Hürden die sich ihm dabei in den Weg stellen.

Was die Serie für mich unter anderem so besonders macht, ist nicht nur ihr Stil – dieser 90´s Charme trifft hier einfach mitten ins schwarze – sondern vor allem ihre Vielfalt. In der Serie gibt sich alles was Rang und Namen hat im Marvel Universum die Klinke in die Hand. Um nur einige der coolen Crossover aufzuzählen: Iron Man, Dr. Strange, Venom, Daredevil, Punisher, Blade, die X-Men um Wolverine, Beast und Xavier (hauptsächlich die X-Men aus der eigenen Serie) und natürlich die Fantastischen Vier. Auch an der Gegnerriege für Spidey wurde nicht gespart und so versammeln sich namhafte Gegner wie der Grüne Kobold, Mysterio, Dr. Otto Octavius, der Geier, Rhino, Scorpion, Fisk, Morbius, Carnage, Dormammu, Hydro, Dr. Kurt Connors alias die Echse und auch Shocker. Natürlich darf dabei auch nicht die Formation der „Sinister Six“ fehlen.

Einziges kleines Manko der Serie ist das Fox die Zensur ziemlich hoch geschraubt hat. Zum Beispiel waren Worte wie „stirb“ oder „töten“ verboten, das schlagen durfte nicht gezeigt werden, weswegen sich die Serie meistens eher auf einen Tritt oder etwas werfen beschränkt – in 65 Episoden wurden nur 2 Faustschläge „zugelassen“- oder richtige Waffen durften auch nicht benutzt werden. Die größten Zensuren fallen wohl bei Morbius dem Vampir und Carnage auf. Carnage entzieht Menschen nur „noch“ ihre Lebensenergie anstatt sie direkt und kaltblütig zu töten und Morbius trinkt ihren Lebenssaft durch Saugknöpfe an seiner Hand, da Fox keine Vampire in der Serie wollte.  Dies finde ich macht aber dem Spaß keinen Abbruch. Die Serie ist meines Erachtens perfekt für Neueinsteiger weil sie den Geist von Peter Parker / Spider-Man perfekt einfängt und einen langsam immer neue Charaktere des Marvel Universums in Crossovern näher bringt und auch diese beleuchtet. Für langjährige Fans ist die Serie auf jeden Fall zu empfehlen, weil sie einen unverwechselbaren Stil und Charme hat, viele tolle Spider-Man Geschichten zu bieten hat und die Crossover selbst für alteingesessene Fans jedes Mal wieder ein Freudenfest sind.

Fazit: Ja, vielleicht kann ich schwer objektiv sein bei dieser Serie, andererseits muss ich aber auch gestehen das ich als Comicfan hier so ziemlich gar nichts zu bemängeln habe. Die Animationen sind flüssig, die Fülle der Charaktere grenzt schon so ziemlich am möglichen, klassische Geschichten werden nacherzählt und sowieso: Hier ist egal ob für Neueinsteiger oder langjährigem Fan etwas dabei.

10 /10

Marvel Mittwoch – Captain America: Civil War Review

Marvel Mittwoch

Jeden Mittwoch startet ich hier ab heute den „Marvel Mittwoch“, an welchem ich entweder über einen Marvelfilm, eine Marvelserie oder auch über etwas anderes von Marvel schreibe. An meinem ersten Marvel Mittwoch widme ich mich dem Film, Captain America: Civil War.

Captain America: Civil War ist der dritte und abschließende Teil der Captain America Trilogie, er knüpft direkt an die Ereignisse aus dem zweiten Teil Captain America: Winter Soldier und dem zweiten Avengersfilm an. Natürlich mit SPOILER.

Die Helden sind nach einem erneutem Zwischenfall durch die New Avengers in Lagos, nun endgültig auf der Abschussliste der Regierung gelandet. Die sind der Meinung das ein solches Heldenteam Grenzen braucht und kontrolliert werden muss. Captain America sieht das anders, welches auch direkt mit den Ereignissen aus Winter Soldier zusammenspielt. Dort wurde auch die höhere Instanz der Avengers – nämlich SHIELD – von Hydra unterwandert und genutzt um Schaden anzurichten. Iron Man hingegen ist dafür das die Avengers von der Regierung überwacht wird. Ein Kampf entbricht der die Lager der Avengers spaltet. Als ob das noch nicht genug wäre, jagen die Avengers immer noch Bucky „Winter Soldier“ Barnes und im Hintergrund zieht ein unbekannter Gegner ungeahnt die Fäden.

Anthony und Joe Russo haben schon einige Interessante Dinge preisgegeben über ihren neuesten Film, einer der interessantesten Statements für mich ist:

„Wir wollten das jeder Charakter seinen großen Moment hat. Denn egal wie klein die Rolle ist, es gibt jemanden im Kino der ein Fan des Charakters ist und genau für diesen Charakter in den Film geht.“

Und das haben die beiden Regisseure meines Erachtens auch geschafft. Jeder Charakter hat seinen großen Auftritt – mindestens einmal. Selbst Crossbones welcher sich selbst in die Luft jagt, liefert kurz davor noch einen unglaublich toughen Kampf gegen die New Avengers.

Sehr positiv fand ich dieses Mal auch wieder den Schurken des Films. Oberst Zemo hat meines Erachtens einen sehr nachvollziehbaren Grund sich gegen die Avengers zu stellen. Im Gegenteil zu den anderen Schurken des Marvel Cinematic Universe ist an Zemo sehr positiv, das er die Avengers nicht versucht mit einer Armee zu schlagen oder purer Zerstörungskraft, sondern auf psychischer Ebene. Er spielt die Avengers gegeneinander aus und im besonderen natürlich Tony Stark gegen den Rest. So unglaubwürdig ist das Finale dann nämlich auch nicht, wenn man bedenkt das Tony Stark seinen Schmerz all die Jahre mit sich herum trägt und es nie richtig verarbeitet hat. All die Jahre dachte Tony es wäre nur ein einfacher Unfall und dann plötzlich: Mord! Aber um noch eins oben drauf zu setzen: Der Mörder steht zwei Meter neben dir. In dem Moment ist dann erstmal jede Gehirnwäsche komplett egal, da sieht man nur noch rot. Steve Rogers hingegen, verteidigt seinen besten Freund aus Kindheitstagen. Den Mann mit dem er durch dick und dünn ging, der Mann den er im Krieg gerettet hat. Bucky selbst hat aber auch noch ordentlich zu knabbern – er kann sich an alles erinnern und muss nun damit leben.

Natürlich kann ich keine Review schreiben, ohne die zwei neuen Helden zu erwähnen: Black Panther und Spider-Man. Zum einen haben wir die erste Darstellung Black Panthers auf der Kinoleinwand und auf der anderen Seite die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft endlich im MCU. Bei Black Panther kann ich nur sagen, verdammt Marvel bleibt sich weiterhin treu mit dem Motto: „Klotzen, nicht kleckern!“ denn er wurde perfekt und Comicgetreu in Szene gesetzt. Von den smoothen Bewegungen, dem aggressiven Kampfstil, den vielen Sprüngen sowie seinem mehr als gefährlichen Anzug – Top! Chadwick Boseman hat auch außerhalb der Maske ganze Arbeit geleistet den Schmerz und die Wut darzustellen, welcher T´Challa fühlt. Bei Peter Parker ist das natürlich ganz anders, auch wenn man merkt dann Spidey ein bisschen als Fanservice hinzugefügt wurde, so ist das keinesfalls schlecht wenn man mal betrachtet was für ein Spider-Man dabei herausgekommen ist. Er schwingt, redet, schießt, veräppelt alles in einer Tour und obendrein ist er auch noch dauer verwirrt und leicht überfordert, da er erst seit 6 Monaten seine Fähigkeiten hat. Tony Stark aka Iron Man ist ein Gott für ihn, ein Idol und deshalb lässt dieser sich auch einspannen.

Das alles mündet in eine der besten Comicactionszenen die jemals auf Film gebannt worden sind: Die große Flughafenszene. Hier sieht man die Helden jedes Teams zusammenarbeiten, austüfteln und vor allem ihre Fähigkeiten intelligent einsetzen. Dadurch macht der Kampf unglaublich Spaß und lässt wohl jedes Comicfanherz meilenweit hochschlagen. Von Giant Man, bis hin zu einem dauerkommentierenden Spider-Man, zu Hawkeyes und Black Widows Freundschaft bis hin zu dem Kampf zweier New Yorker: Spidey und Captain America. Kleines Easter Egg: Der Kampf findet am Leipziger Flughafen statt, der Comiccharakter Baron von Zemo stammt ursprünglich aus Leipzig.

Aber natürlich hat der Film Civil War auch seine Schattenseiten: Oftmals zu hektisch gedreht geht besonders in 3D viel der Kampfszenen im Gewusel unter – leider besonders beim Kampf Iron Man gegen Bucky und Rogers. Es wird da manchmal schon sehr unübersichtlich. Außerdem kann Civil War nicht ganz so sehr die Spannung aufbauen, wie Winter Soldier. Dieser fühlte sich doch oft ein bisschen als Thriller an, welches hier bei Civil War etwas fehlte. Und zu guter letzt konnte man sich schon denken, das es anders als in der Comicvorlage keine Tote geben wird und die Kämpfe vielleicht ein bisschen mit angezogener Handbremse stattfinden.

Fazit: Civil War ist ein grandioser Abschluss der Captain America Trilogie. Mit einem Bösewicht auf psychischer Ebene, nachvollziehbaren gegnerischen Seiten und einem Konflikt welcher wohl noch etwas in Civil War nachhallen wird. Joe und Anthony Russo haben es wirklich geschafft jedem Charakter seinen eigenen kleinen – oder auch großen – Moment zu geben.

Wertung 9 /10